Hypercholesterinämie
ApoB - Genotypisierung
MIM 107730
Einführung
Das Gesamtcholesterin im menschlichen Blutserum liegt zu 75% gebunden an „low-density“-Lipoprotein-Partikel (LDL-Partikel) vor. Das Apolipo- protein B ist ein Bestandteil dieser Partikel (Abb. 1). Der größte Teil (70%) des gesamten LDL-Cholesterins wird durch ApoB-100-vermittelte LDL-Rezeptor-Bindung aus dem Serum entfernt.
Abb.1: Struktur eines LDL-Partikels. In der Membran ist ein Molekül des hydrophoben Apoproteins ApoB eingebettet
Störungen des Fettstoffwechsels, die mit einem erhöhten Serum- und LDL-Cholesterin assoziiert sind, sind die wichtigste Ursache für koronare Herzerkrankung bei Arteriosklerose. Hyperlipoproteinämien vom Typ IIa (erhöhtes Serum- bzw. LDL-Cholesterin) finden sich sekundär bei Hypothyreose und dem nephrotischem Syndrom, sind aber oft auch genetisch bedingt. Bei der familiären Hypercholesterinämie (FH) finden sich Mutationen im LDL-Rezeptor-Gen, während für den familiären ApoB-100-Defekt eine Mutation im ApoB-Gen verantwortlich ist. Heterozygote Formen beider Mutationen lassen sich aufgrund ihrer Klinik nicht unterscheiden.
Durch Mutation im ApoB-100-Gen wird die Bindungsaffinität des Proteins an den LDL-Rezeptor stark vermindert. Hierdurch kommt es bei den betroffenen Patienten zu einem Anstieg des Serumspiegels an LDL-Cholesterin. Bei der Mutation handelt es sich um einen C / T- Austausch im Exon 26, der zu einer Substitution von Arginin durch Glutamin an Position 3500 des Gens führt. Die Häufigkeit dieser Mutation wird in der Bevölkerung auf etwa 1 : 700 geschätzt.
Indikation
- Patienten und deren Angehörige mit familiär gehäuften Hypercholesterinämien unklarer Genese
Diagnostik
Aus dem eingesandten Blut wird zunächst DNA isoliert. Anschließend wird ein Bereich des ApoB-Gens mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) amplifiziert. Das generierte DNA-Fragment wird aufgereinigt und einem Verdau mit einer spezifischen Restriktionsendonuklease unterzogen. Die entstehenden Spaltprodukte werden auf einem hochauflösenden Gel elektrophoretisch analysiert.Untersuchungsmaterial:
(Versand durch Post oder Boten)
- mind. 1 ml EDTA-Blut
- 2 Wochen
Sonstiges
Der ApoB-Defekt ist medikamentös gegenüber der familiären Hypercholesterinämie anders zu behandeln. Hemmer der HMG-CoA-Reduktase haben für ApoB-Patienten keinen großen Nutzen. Allgemein kann der Nachweis einer ApoB-Mutation intensivere therapeutische Maßnahmen beim Patienten rechtfertigen.Literatur
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