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Smith-Magenis-Syndrom (SMS)

MIM 182290

Einführung

Das Smith-Magenis Syndrom (SMS) wurde zuerst 1986 von Smith et al. beschrieben. Die Häufigkeit des SMS ist nicht genau bekannt. Von Greenberg et al. (1991) wurde ein Wert von 1:25.000 geschätzt.

Symptomatik

Die wichtigsten charakteristischen Merkmale setzen sich aus einer Mittelgesichtshypoplasie mit Brachydactylie, einer breiten Nasenwurzel, abnormaler Ohrform, einer prominenten Stirn, einer kleinen Statur, verzögerter Sprachentwicklung, einer rauhen, tiefen Stimme und einer peripheren Neuropathie zusammen. Diagnostisch bedeutsamer als die meist geringfügigen Dysmorphien sind Verhaltensanormalien wie Hypermotilität, Selbstverstümmelung und Schlafstörungen. Die Patienten leiden gewöhnlich an einer moderaten mentalen Retardierung (mittlerer IQ 50), bei der die Sprachentwicklungsverzögerung größer ist als die motorische Entwicklungs-verzögerung (Fischer et al., 1993). Von Chen et al. (1996) wurde in einer opthalmischen Studie von 28 Patienten mit dem SMS Irisanormalien (68%), Mikrocornea (50%), Myopia (42%) und Strabismus (32%) ermittelt. Ein Fünftel der Patienten leidet unter Krampfanfällen, 77% unter Schwerhörigkeit, 96% unter rezidivierenden Otitiden. Nicht selten sind Hyperkeratose und Hirsutismus. 22% haben einen Herzfehler.

Genetik

Das Smith-Magenis-Syndrom wird fast immer durch eine sporadische interstitielle Deletion am kurzen Arm des Chromosoms 17 (17p11.2) verursacht (Fischer H. et al., 1993). Die kritische Region für SMS enthält ungefähr 5 Mb DNA oder ungefähr 100 Gene, wenn man die Gengröße mit 50 kb annimmt. Ein für den Phänotyp des SMS verantwortliches Gen ist noch nicht gefunden worden (Greenberg et al., 1996).

Diagnostik

Untersuchungsmaterial:
(Versand durch Post oder Boten; Chorionzottenmaterial kühlen)
  • peripheres Blut (heparinisiert; 5 ml)
  • Fetalblut (heparinisiert, 0,5-2,0 ml)
  • 1–2 ml natives Fruchtwasser
  • 0,5-1,0 mg Chorionzotten
Dauer der Untersuchung:
  • Heparinblut: 7-10 Tage
  • Fruchtwasser: ca. 3 Wochen
  • Chorionzotten: ca. 3 Wochen

Literatur

  • Chen, R. M.; Lupski, J. R.; Greenberg, F.; Lewis R. A.: “Ophthalmic manifestations of Smith-Magenis syndrome.” Ophthalmology. 103(7): 1084-91 (1996)
  • Fischer, H.; Oswald H. P.; Duba, H. C.; Doczy, L.; Simma, B.; Utermann, G.; Haas, O. A.: “Constitutional interstitial deletion of 17(p11.2) (Smith-Magenis syndrome): a clinically recognizable microdeletion syndrome. Report of two cases and review of the literature.” Klin Padiatr. 205 (3): 162-6 (1993)
  • Greenberg, F.; Guzzetta, V.; Montes de Oca-Luna, R.; Magenis, R. E.; Smith, A. C. M.; Richter, S. F.; Kondo, I.; Dobyns, W. B.; Patel, P. I.; Lupski, J. R. : „Molecular analysis of the Smith-Magenis syndrome: a possible contiguous-gene syndrome associated with del(17)(p11.2).“ Am. J. Hum. Genet. 49: 1207-1218 (1991).
  • Greenberg, F.; Lewis, R. A.; Potocki, L.; Glaze, D.; Parke, J.; Killian, J.; Murphy, M. A.; Williamson, D.; Brown, F.; Dutton, R.; McCluggage, C.; Friedman, E.; Sulek, M.; Lupski, J. R. : „Multi-disciplinary clinical study of Smith-Magenis syndrome (deletion 17p11.2).“ Am. J. Med. Genet. 62: 247-254 (1996).